Kassandra Wablatschki

 

Entnebelung der Zukunft

 

 

    Inhalt

  • Vorwort
  • Allgemeine Hinweise
  • Tasseographie /Kaffeedomantie
  • Chirologie - Handlesekunst
  • Pyromantie - Feueromen
  • Ceromantie - Weissagung mit Kerzen
  • Tarot
  • Runenorakel
  • Nephelomantie (Wolkendeutung)
  • Das Siderische Pendel
  • Felidomantie - Wahrsagen mit Katzen
  • Hydromantie – Wasserlesen
  • Die Kristallkugel
  • Oneirologie - Traumdeutung
  • Astrologie & Horoskope
  • Visionen

 

Anhang:

  • Symbole und ihre Bedeutung
  • Übersicht über die Tarotkarten

 

Vorwort

Die Kunst des Wahrsagens ist uralt und wurde bereits in frühesten Kulturen erlernt, verfeinert und regelmäßig praktiziert. Seien es die alten Ägypter, die Maya oder viel später auch die Gelehrten des Mittelalters - sie alle machten sich die mystischen Kräfte zu Nutze, die bis heute Bestand haben.

Es gibt vielerlei Wege, einen Blick in die Zukunft zu werfen, doch erfordert es weit mehr als das strikte Befolgen starrer Regeln, um erfolgreich "zu sehen". Diese Gabe wird längst nicht allen Menschen zuteil und es verlangt viel Erfahrung und ein waches "inneres Auge" um die wahren Geheimnisse zu schauen, die unsere Welt birgt. Wer sich jedoch zu sehr an die Wissenschaften, an Beweise und messbare Werte klammert, dem wird der Geist der Zukunft verschlossen bleiben.

Wir "Sehende" mögen von manch einem belächelt werden, doch sollten wir dies nicht als Beleidigung auffassen. Viel mehr sollten wir sie bedauern, denn dieser Teil unseres Seins wird sich für immer vor ihnen verbergen.

Das "innere Auge" mag für viele wie ein wunderbares Geschenk erscheinen, doch kann es auch ein Fluch und eine Last sein. Gehen Sie verantwortungsvoll mit dem Wissen um, dass sich Ihnen offenbart, prahlen sie nicht damit und lernen sie, manche Fragen besser nicht zu stellen - die Antwort könnte sie vielleicht mit Schrecken erfüllen.

In meinem kleinen Werk stelle ich Ihnen nun die gängigsten Methoden der Wahrsagekunst vor. Selbst Anfänger werden damit rasch beeindruckende Erfolge erzielen, doch auch erfahrene Seher mögen darin Anregungen und Ratschläge finden. Schon beim Schreiben dieser Worte ereilt mich die innere Gewissheit, dass Zweifler über diese Sätze lächeln. Ihnen sei gesagt, dass die Magie, derer wir fähig sind, schon in unseren Köpfen beginnt, in unserer Seele, unserem Geist und der Spiritualität. Bücher und Zauberstäbe mögen eine Stütze sein. Die meine Kunst geht allerdings weit darüber hinaus.

Eine Frage, deren Antwort die Freunde der Wahrsagerei längst wissen, möchte ich an dieser Stelle noch einmal für diejenigen, die erst die ersten Schritte in diese Richtung wagen, noch einmal "entnebeln":

Was bedeutet "Wahrsagen" überhaupt?

Wer darauf hofft, auf jede einzelne seiner Fragen durch die von mir vorgestellten Methoden eine klare Antwort zu erhalten, den muss ich enttäuschen. Die Zukunft verbirgt sich hinter unzähligen Schleiern und wir werden nie alle lüften können. Mal bleiben die Nebel sogar für uns undurchdringlich, mal wird uns auch ein klares Bild gewährt. Doch vielerlei Faktoren können diese Wahrnehmungen stören. Bedenken Sie dies. Die größte Kunst der Wahrsagerei ist die Interpretation. Erkennen Sie die Zeichen, die sich ihnen offenbaren und deuten Sie sie auf die richtige Weise. Erst nach vielen Jahren werden Sie genügend Erfahrung haben und ihre Deutungen werden im Laufe der Zeit immer zutreffender.

Ich habe mich bemüht, im Anhang die gängigsten Zeichen und Symbole zusammenzustellen und sie so zu erklären, dass sie selbst als Laie durchaus ordentliche Voraussagen treffen können. Doch nichts ersetzt die Intuition und einen wachen Geist!

Obgleich ich es nicht für notwendig erachte, so wünscht doch das Zaubereiministerium, dass ich in meinem Werk auch auf die geschichtlichen Hintergründe der verschiedenen Wahrsagemethoden eingehe. Nur, wenn ich diese Voraussetzung erfülle, wird dieser Band auch als Lehrbuch Eingang in die Bibliothek der Hogwartsschule finden. Um den jungen Sehern dieses Wissen nicht vorzuenthalten, beuge ich mich also dem weltlichen Druck, wenn auch widerstrebend. Allerdings werde ich mich bemühen, derlei überflüssige Angaben möglichst kurz zu halten, denn wie ich bereits erwähnte, spielen sie für die wahre Kunst des Wahrsagens keinerlei Rolle.

 

 

Ihre

Kassandra Wablatschki

 

Allgemeine Hinweise

 

Sie finden im Folgenden zu jeder Methode der Wahrsagekunst (Divination) entsprechende Hinweise, um ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen. Auch wenn ich an verschiedenen Stellen immer wieder auf dieselben Voraussetzungen verweise, habe ich hier für Sie noch einmal immer wiederkehrende Ratschläge, die für alle vorgestellten Varianten gelten, zusammengestellt. Sie sollten diese Ratschläge ernstnehmen und beherzigen, gerade für unerfahrene Anfänger sind sie sicher unverzichtbar!

  • Der Raum bzw. Ort der Durchführung: Obwohl in zahlreichen Fällen auch eine Sitzung in der freien Natur möglich und unter Umständen durchaus förderlich ist, werden sich erfahrungsgemäss die meisten Menschen für eine Divination im geschlossenen Raum entscheiden. Achten Sie hierbei auf Folgendes: Keine Störeinflüsse von außen. Vermeiden Sie plötzliche Besucher ebenso wie Lärm, Wind, Schmutz usw. Schließen Sie das Fenster und ziehen Sie wenn möglich die Vorhänge zu.
  • Licht: Kerzen, Feuerschalen und Öllampen verbreiten eine warme, mystische Atmosphäre. Während bei bestimmten Methoden das Flackern von Flammen anregend wirken kann, kann es in anderen Fällen auch ablenken. Finden Sie hier den rechten Weg.
  • Umgebungsgeräusche: Natürliche Geräusche wie Vogelgezwitscher, Wasserrauschen, Wind, Blätterrascheln wirken wie Kerzenschein atmosphärisch und unterstützend, solange es sie nicht ablenkt. Manchmal kann auch eine Klangschale ihren Geist wecken, beispielsweise bei der Hydromantie.
  • Der Sitzplatz: Machen Sie es sich so bequem wie möglich, beispielsweise auf Sitzpolstern, Sesseln etc. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und nicht durch Banalitäten wie Rückenschmerzen abgelenkt werden. Oft ist es wichtig, aufrecht zu sitzen, achten sie auch darauf!
  • Der Tisch: Wo ein Tisch benötigt wird, empfehle ich ein Möbelstück aus Holz oder einem anderen Naturmaterial mit runder Platte. Der Kreis ist eine vollkommene, mystische Form. Er sollte zudem dunkel sein, damit die Hilfsmittel wie Feuer, Karten, Runensteine usw. besser zur Geltung kommen. Viele Sehertische sind auf der Platte mit Symbolen oder einem großen Pentagramm verziert, was eine große Hilfestellung sein kann, andere arbeiten lieber mit einer schmucklosen, schlichten Platte.
  • Sie können ihr Selbstvertrauen steigern, indem sie mit einfachen Fragen beginnen, deren Antwort sich bereits in sehr naher Zukunft bestätigen kann. Erwarten Sie nicht zuviel!
  • Es ist besonders wichtig, dass Sie bei einer Sitzung ihren Geist von jeglichem Ärger, von Sorgen und Stress befreien. Es klingt schwerer als es wirklich ist und bedarf nur einiger Übung.

Und nun zuletzt noch eine wichtige Regel, von der Sie keinesfalls abweichen sollten:

Sie werden sicherlich dann und wann Antworten erhalten, die sie sich nicht erhofft haben. Machen Sie NICHT den Fehler, das Ritual mehrfach zu wiederholen, bis Sie die Wunschantwort erhalten! Stellen Sie ihre Frage einmal und akzeptieren Sie die Antwort! Möglicherweise ist auch nur ihre Interpretation falsch. Wenn Sie mehrfach die gleiche Frage „orakeln“, kann ihr Geist und ihr Unterbewusstsein ermüden und deshalb kann es dann auch zu unterschiedlichen, nicht mehr korrekten Ergebnissen kommen.

Nun ist es aber an der Zeit, ihnen die verschiedenen Formen der Divination vorzustellen. Sie werden sicher bald herausfinden, welche Ihnen am meisten liegt und mit welcher Sie am besten Erfahrungen sammeln können.

 

 

Kapitel 1

Tasseographie und Kaffeedomantie -

Das Lesen aus Teeblättern und Kaffeesatz

 

Sowohl das Lesen aus Teeblättern als auch das Wahrsagen mit Hilfe des Kaffeesatzes gehören zu den ältesten der hellseherischen Künste. Welche von beiden zu bevorzugen ist, hängt - so profan dies erscheinen mag - vor allem vom Geschmack desjenigen ab, dessen Zukunft geweissagt werden soll. Zahlreiche traditionelle Seher schwören jedoch auf die Teeblätter, weshalb ich im Folgenden auf diese Bezug nehme. Alle von mir genannten Schritte lassen sich aber ebenso mit dem Kaffeesatz durchführen. Ich weiß, dass Sie es mir nachsehen, wenn ich aus rein schriftstellerischen Gründen nicht mehr weiter darauf hinweise.

Ursprung/Geschichte:

Während die Kaffeedomantie ihren Ursprung eindeutig im Orient hat, lässt sich die Tasseographie, also die Kunst des Lesens aus Teeblättern, nicht eindeutig geographisch zurückverfolgen. In Europa entwickelte sich die Tasseographie wohl im Mittelalter, jedoch gehen viele Gelehrte davon aus, dass sie bereits viel früher in China praktiziert wurde.

Material:

Auch hier scheiden sich die Geister. Manch Seher beharrt bis heute darauf, dass nur solche Teesorten mit besonders wenig Teestaub (z. B. chinesischer Tee) verwendet werden sollen, andere wiederrum verlangen unbedingt nach weißen, musterlosen Tassen. Bitte lassen Sie sich durch solche strengen Maßgaben nicht verunsichern und folgen Sie ihrem Gefühl. Wichtig ist lediglich, dass Sie mit ganzen Teeblättern arbeiten und dass sich die Tasse gut schwenken lässt.

Vorgehensweise:

Bitte brühen Sie sich einen heißen Tee. Verwenden Sie für Ihre Tasse dabei möglichst viele Teeblätter, wobei das Getränk aber noch genießbar sein sollte. Werfen Sie die Blätter direkt in die Tasse und verzichten Sie unbedingt auf Filter, Siebe oder andere Hilfsmittel.

Lassen Sie den Tee nicht länger als nötig ziehen.

Trinken Sie (oder derjenige, dessen Zukunft gesehen werden soll) den Tee möglichst zügig. Dabei ist darauf zu achten, dass ein kleiner Schluck (etwa ein Fingerbreit) Flüssigkeit in der Tasse zurückbleibt.

Sie haben nun die Wahl, ob Sie die Tasse schwenken, stürzen oder mit einer Kombination aus beidem fortfahren. Für das Schwenken gibt es nahezu unzählige Rituale. Anfänger schwenken zumeist dreimal, Anhänger der mystischen Numerologie häufig siebenmal. Gleichbleibend ist jedoch immer die Richtung (im Uhrzeigersinn) und die schwenkende Hand (die Zauberstabhand). Wie oft sie die Tasse kreisen lassen, überlasse ich an dieser Stelle Ihnen, Sie werden schnell ein Gespür dafür bekommen, welche Anzahl Ihnen am meisten liegt.

Beim Stürzen sollten sie weder zögernd noch hektisch vorgehen. Stürzen Sie die Tasse mit den Teeblättern in einem einzigen Zug ohne Unsicherheit auf eine Untertasse. Klopfen Sie nicht darauf, die Erschütterung würde das Ergebnis verfälschen. Warten Sie, bis die Flüssigkeit vollends abgelaufen ist.

Ganz gleich, für welche Methode Sie sich entscheiden, ist nun der Zeitpunkt der Deutung gekommen. Die Teeblätter bilden auf dem Grund der Tasse bzw. auf der Untertasse für die Engstirnigen nur eine belanglose Masse, für uns Sehende aber enthüllen sie die Zukunft. Betrachten Sie die Blätter und schnell werden sich Ihnen Bilder offenbaren. Drehen Sie die Tasse oder Untertasse in ihrer Zauberstabhand und Sie werden feststellen, dass immer neue Symbole zu erkennen sind. Ihr Zusammenspiel ist es schließlich, das ein vollständiges Bild ergibt.

Gerade am Anfang gibt Ihnen der Anhang dieses Buches eine Hilfestellung. Deuten Sie mit Hilfe jener Liste die Zeichen in Ihren Teeblättern. Sollten sich die Symbole widersprechen, haben Sie vielleicht die Botschaft der Blätter missverstanden. Dies kann besonders bei Anfängern häufiger vorkommen - mit ein wenig Erfahrung können Sie aber die "falschen" Botschaften schnell ausfindig machen und sich auf die "wahren" Zeichen konzentrieren.

 

 



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